
Smartphones, Kameras, Laptops und andere elektronische Geräte gehören heute auch bei Reisen und Outdoor-Aktivitäten zur Grundausstattung. Eine normale Steckdose steht dabei jedoch nicht immer zur Verfügung.
Mobile Powerstations können in solchen Situationen eine flexible Stromquelle darstellen. Sie unterscheiden sich allerdings deutlich hinsichtlich Kapazität, Leistung, Gewicht und Anschlüssen.
Wer eine Powerstation kaufen möchte, sollte deshalb nicht ausschließlich auf die größte Akkukapazität achten.
Was ist eine Powerstation?
Eine tragbare Powerstation ist im Grunde ein mobiler Energiespeicher mit verschiedenen Anschlüssen. Je nach Modell können darunter USB-Anschlüsse, Wechselstromsteckdosen und weitere Ausgänge sein.
Dadurch lassen sich unterschiedliche Geräte mit Strom versorgen.
Die Einsatzmöglichkeiten reichen von Camping und Reisen bis hin zu mobilen Arbeitsplätzen oder einer zusätzlichen Stromreserve für bestimmte Situationen.
Kapazität und Leistung unterscheiden
Bei Powerstations werden häufig zwei Werte miteinander verglichen: Kapazität und Ausgangsleistung.
Die Kapazität wird meistens in Wattstunden angegeben und beschreibt vereinfacht, wie viel Energie gespeichert werden kann.
Die Ausgangsleistung gibt dagegen an, welche Leistung das Gerät an angeschlossene Verbraucher abgeben kann.
Ein größerer Akku bedeutet deshalb nicht automatisch, dass jede Art von Gerät damit betrieben werden kann.
Kleine Modelle für mobile Anwendungen
Für Smartphone, Tablet, Kamera oder kleinere elektronische Geräte reicht häufig eine kompaktere Powerstation aus.
Ein Beispiel ist die Anker SOLIX C300. Das Modell verfügt laut Hersteller über eine Kapazität von 288 Wh und eine Ausgangsleistung von 300 W beziehungsweise bis zu 600 W Spitzenleistung. Außerdem wird eine USB-C-Ladeleistung von bis zu 140 W angegeben. Anker SOLIX C300
Gerade bei Reisen spielt das Gewicht eine wichtige Rolle. Eine kleinere Powerstation kann einfacher transportiert und verstaut werden als ein deutlich größeres Modell.
Wann wird eine größere Powerstation interessant?
Wer mehrere Geräte gleichzeitig betreiben oder energieintensivere Verbraucher anschließen möchte, benötigt entsprechend mehr Leistung.
Dabei sollte nicht nur die Kapazität betrachtet werden. Auch die Anzahl und Art der Anschlüsse kann entscheidend sein.
Für anspruchsvollere Anwendungen gibt es entsprechend größere Modelle. Die Anker SOLIX C1000 Gen 2 bietet beispielsweise laut Hersteller 1.024 Wh Kapazität, 2.000 W Dauerleistung und insgesamt neun Anschlüsse. Zudem wird eine Solaraufladung mit bis zu 600 W unterstützt. Anker SOLIX C1000 Gen 2
Damit eignet sich eine solche Größenklasse eher für Situationen, in denen mehrere oder leistungsstärkere Geräte versorgt werden sollen.
Solaraufladung für längere Aufenthalte
Eine interessante Funktion moderner Powerstations ist die Möglichkeit, Solarenergie zu nutzen.
In Kombination mit einem passenden Solarpanel kann die Powerstation während eines längeren Aufenthalts im Freien nachgeladen werden.
Wie schnell das funktioniert, hängt unter anderem von Panelleistung, Sonneneinstrahlung und dem jeweiligen System ab.
Solaraufladung sollte deshalb eher als zusätzliche Energiequelle betrachtet werden und nicht als Garantie für eine jederzeit vollständige Aufladung.
Anschlüsse genau prüfen
Vor dem Kauf lohnt sich ein genauer Blick auf die vorhandenen Anschlüsse.
USB-C kann beispielsweise für moderne Smartphones, Tablets und Laptops interessant sein. Klassische AC-Ausgänge sind dagegen relevant, wenn Geräte mit herkömmlichem Netzstecker betrieben werden sollen.
Auch die Anzahl der Anschlüsse sollte zum eigenen Einsatzzweck passen.
Gewicht und Transport
Eine hohe Kapazität bedeutet normalerweise auch mehr Gewicht.
Für einen festen Standort kann das kaum eine Rolle spielen. Beim Camping, auf Roadtrips oder bei Wanderreisen sieht die Situation anders aus.
Wer die Powerstation regelmäßig transportieren möchte, sollte deshalb zwischen Kapazität und Mobilität abwägen.
Ladegeschwindigkeit
Auch die Ladezeit gehört zu den wichtigen Kriterien.
Manche Modelle können über das Stromnetz besonders schnell geladen werden. Andere bieten zusätzlich die Möglichkeit, über Solarenergie oder das Fahrzeug nachzuladen.
Eine schnelle Ladefunktion kann besonders dann praktisch sein, wenn zwischen zwei Einsätzen nur wenig Zeit zur Verfügung steht.
Akku-Technologie beachten
Bei modernen Powerstations kommen häufig Lithium-Eisenphosphat-Akkus, kurz LiFePO4, zum Einsatz.
Diese Akkutechnologie wird unter anderem wegen ihrer Langlebigkeit eingesetzt. Trotzdem sollte man auch hier die Angaben des jeweiligen Herstellers prüfen und nicht allein anhand des Akku-Typs entscheiden.
Powerstation als Notstromreserve
Eine mobile Stromstation kann außerdem als zusätzliche Stromreserve interessant sein.
Sie kann beispielsweise bei einem kurzen Stromausfall bestimmte Geräte weiter versorgen. Ob sie als echte Backup-Lösung geeignet ist, hängt allerdings von Leistung, Kapazität und den Funktionen des jeweiligen Modells ab.
Bei empfindlichen Geräten kann außerdem eine unterbrechungsfreie Stromversorgung relevant sein.
Was sollte man vor dem Kauf berechnen?
Eine einfache Rechnung hilft bei der Auswahl.
Zuerst sollte man überlegen, welche Geräte gleichzeitig betrieben werden sollen und wie lange sie ungefähr laufen müssen.
Beispiel:
Ein Gerät benötigt 50 Watt und soll fünf Stunden betrieben werden. Daraus ergibt sich theoretisch ein Energiebedarf von 250 Wh.
In der Praxis kommen allerdings Verluste hinzu. Deshalb sollte die Powerstation nicht exakt auf den theoretischen Mindestwert ausgelegt werden.
Abschließende Gedanken
Eine Powerstation kann eine praktische Ergänzung für Reisen, Camping, mobiles Arbeiten und bestimmte Notfallsituationen sein.
Die richtige Größe hängt jedoch vom konkreten Einsatz ab. Wer nur kleine Elektronik laden möchte, benötigt meist keine besonders große Station. Für mehrere Verbraucher oder leistungsstärkere Geräte kann dagegen eine höhere Kapazität sinnvoll sein.
Kapazität, Ausgangsleistung, Anschlüsse, Ladezeit, Gewicht und Erweiterungsmöglichkeiten sollten deshalb gemeinsam betrachtet werden.