Ottilie Krug: Die Frau an Manfred Krugs Seite

Ottilie Krug war die langjährige Ehefrau des legendären deutschen Schauspielers und Sängers Manfred Krug. Über fünf Jahrzehnte stand sie an seiner Seite, begleitete ihn durch politische Umbrüche, berufliche Höhepunkte und private Herausforderungen. Während ihr Mann im Rampenlicht stand, führte Ottilie Krug ein zurückgezogenes Leben abseits der Öffentlichkeit. Dennoch spielte sie eine zentrale Rolle im Leben des berühmten Künstlers.

Frühe Jahre und Heirat

Die Liebesgeschichte zwischen Ottilie Krug und Manfred Krug begann in den frühen 1960er Jahren in der DDR. Manfred lernte die damals erst 15-jährige Ottilie kennen und eroberte sie mit einer Schnulze. Er sang ihr das Lied „Bleib bei mir Diana“ vor. Später erinnerte sich Ottilie daran, dass der Text schrecklich gewesen sei, aber die Melodie habe ihr gefallen. Sie blieb tatsächlich bei ihm.

Im Jahr 1963 heirateten die beiden, als Ottilie gerade einmal 17 Jahre alt war. Manfred Krug selbst bezeichnete die Hochzeit später als eine Art „Zwangsheirat“, allerdings nicht im negativen Sinne. Er wollte verhindern, dass Ottilie als Lehrerin in der Provinz arbeiten musste. In einem Interview bei Markus Lanz erklärte er: „Ich habe ihr den Gefallen getan, denn ich liebte sie sehr und sie liebte mich sehr.“

Leben in der DDR

Geboren wurde Ottilie Zschelletzschky am 27. Oktober 1942 in Berlin. Ihr Vater Herbert Zschelletzschky war Kunsthistoriker und Mitarbeiter am Institut für Kunstgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Familie galt als gebildet und politisch unauffällig. Ottilie arbeitete zunächst als Lehrerin, bevor sie sich ganz der Familie widmete.

Aus der Ehe mit Manfred Krug gingen drei Kinder hervor: Daniel (geboren 1964), Josephine (geboren 1965) und Stephanie, genannt Fanny (geboren 1970). Ottilie Krug kümmerte sich intensiv um die Erziehung der Kinder, hielt Kontakt zur Schule und interessierte sich für deren schulische Entwicklung. Tochter Fanny trat später in die Fußstapfen ihres Vaters und wurde ebenfalls Sängerin.

Die Ausreise aus der DDR

Ein einschneidendes Ereignis im Leben von Ottilie Krug war die Ausreise aus der DDR im Jahr 1977. Nachdem Manfred Krug gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann protestiert hatte, wurde ihm das Arbeitsverbot erteilt. Er stellte daraufhin einen Ausreiseantrag. Laut damaligen Berichten war Ottilie mit dem Verlassen der DDR nicht einverstanden, richtete sich jedoch nach ihrem Mann.

Die Familie wartete wochenlang auf die Genehmigung, während bereits ein Großteil ihrer Sachen verpackt war. Die Koffer türmten sich in der Wohnung. Nach der Genehmigung zog die Familie nach West-Berlin in den Stadtteil Schöneberg. Die Ausreise fiel Manfred Krug schwer, wie ein Interviewausschnitt aus dem Juni 1977 zeigt, in dem er in Tränen ausbrach.

Ottilie Krug

Ein Leben im Schatten des Ruhms

Während Manfred Krug in der Bundesrepublik Deutschland seine Karriere fortsetzte und als Tatort-Kommissar Paul Stoever, als LKW-Fahrer in „Auf Achse“ oder als Anwalt in „Liebling Kreuzberg“ zum Publikumsliebling wurde, hielt sich Ottilie Krug weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Sie begleitete ihren Mann zu wichtigen Anlässen, etwa zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 2013 durch den Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit, blieb aber stets im Hintergrund.

Ihre Diskretion zeigte sich besonders in einer schwierigen Phase der Ehe. Im Jahr 2002 beichtete Manfred Krug seiner Frau, dass er ein uneheliches Kind mit einer 40 Jahre jüngeren Schauspielkollegin hatte. Die Tochter wurde 1998 geboren. Ottilie Krug reagierte auf diese Nachricht mit bemerkenswerter Größe und verzieh ihm. Manfred Krug erklärte dazu: „Das Kind ist mit in unserer Familie wann immer es will, wann immer es kann.“

Gegenseitige Liebe und Respekt

Trotz dieser Herausforderung blieb die Ehe zwischen Ottilie Krug und Manfred Krug stabil. In seinen posthum veröffentlichten Tagebüchern aus den Jahren 1996-1997 („Ich sammle mein Leben zusammen“) wurde deutlich, dass die Beziehung auch schwierige Momente durchlebte. Als Ottilie 1996 seiner Geliebten und dem Baby begegnete, bat Manfred sie, die Sache nicht öffentlich zu machen. Ottilie hielt sich daran, und die Geschichte wurde erst Jahre später bekannt.

Die Liebe zwischen den beiden blieb jedoch bestehen. Manfred Krug sagte einmal bei Markus Lanz: „Ich liebe sie heute noch. Sie wird die Sendung heute auch sehen und es wird sie rühren, wenn ihr alt gewordener Mann vor einem öffentlichen Publikum das nochmal ausdrücklich erklärt.“ Er fügte hinzu, dass Ottilie ihn damals vor der Provinz gerettet habe und sie ihn später vor der Einsamkeit im Alter bewahrte, weil sie trotz allem bei ihm geblieben war.

Die letzten Jahre

Als Manfred Krug im Sommer 2016 gesundheitlich angeschlagen wurde, stand Ottilie Krug ihm bis zum Schluss bei. Er litt unter den Folgen einer Herzklappen-Operation, Magenproblemen und einer Lungenentzündung. In seinen letzten Lebensstunden war Ottilie an seiner Seite. Am 21. Oktober 2016 verstarb Manfred Krug im Alter von 79 Jahren in Berlin.

Nach seinem Tod erhielt Ottilie Beileidsbekundungen von höchsten Stellen. Der damalige Bundespräsident Joachim Gauck würdigte Manfred Krug in einem Schreiben an seine Witwe. Auch der damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier sprach sein Beileid aus und bezeichnete Krug als herausragenden Schauspieler.

Am 14. Februar 2020 wurde in Hennigsdorf eine Gedenktafel für Manfred Krug enthüllt. Bei der Veranstaltung war Ottilie Krug zusammen mit ihrem Sohn Daniel und weiteren Angehörigen anwesend.

Tod und Vermächtnis

Ottilie Krug verstarb am 27. Oktober 2020 im Alter von 78 Jahren, nur vier Jahre nach ihrem Ehemann. Sie wurde neben Manfred Krug auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf bei Berlin beigesetzt. Damit fanden die beiden ihre letzte Ruhestätte gemeinsam, so wie sie über 53 Jahre lang zusammen durchs Leben gegangen waren.

Während Manfred Krug als Schauspieler, Sänger und Schriftsteller ein umfangreiches Vermächtnis hinterließ, bleibt Ottilie Krug als die Frau in Erinnerung, die ihm Halt und Stabilität gab. Sie ertrug seine Fehler, bewahrte seine Geheimnisse und stand ihm in allen Lebenslagen bei. Ihre Geschichte ist die einer starken Frau, die im Schatten eines berühmten Mannes lebte, aber dennoch ihre eigene Würde und Größe bewahrte.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Wer war Ottilie Krug? Ottilie Krug war die Ehefrau des deutschen Schauspielers und Sängers Manfred Krug. Sie war von 1963 bis zu seinem Tod 2016 mit ihm verheiratet und führte ein zurückgezogenes Leben abseits der Öffentlichkeit.

Wann haben Ottilie und Manfred Krug geheiratet? Die beiden heirateten 1963 in der DDR, als Ottilie erst 17 Jahre alt war. Die Ehe hielt über 53 Jahre bis zu Manfred Krugs Tod im Jahr 2016.

Wie viele Kinder hatten Ottilie und Manfred Krug? Ottilie und Manfred Krug hatten drei gemeinsame Kinder: Daniel (geboren 1964), Josephine (geboren 1965) und Stephanie, genannt Fanny (geboren 1970). Manfred Krug hatte zudem eine uneheliche Tochter, die 1998 geboren wurde.

Wann ist Ottilie Krug gestorben? Ottilie Krug verstarb am 27. Oktober 2020 im Alter von 78 Jahren. Sie wurde neben ihrem Ehemann Manfred Krug auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf bei Berlin beigesetzt.

Warum verließen Ottilie und Manfred Krug die DDR? Nach Manfred Krugs Protest gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann 1976 erhielt er Arbeitsverbot in der DDR. Er stellte 1977 einen Ausreiseantrag, und die Familie siedelte nach West-Berlin über.

War die Ehe zwischen Ottilie und Manfred Krug glücklich? Trotz einiger Herausforderungen, einschließlich Manfred Krugs unehelichem Kind, blieb die Ehe stabil. Beide betonten immer wieder ihre tiefe Liebe zueinander. Manfred Krug bezeichnete Ottilie mehrfach öffentlich als seine große Liebe.

Was machte Ottilie Krug beruflich? Ottilie Krug war ursprünglich als Lehrerin ausgebildet, widmete sich später jedoch hauptsächlich ihrer Familie und der Erziehung der drei Kinder.

Wie reagierte Ottilie Krug auf das uneheliche Kind ihres Mannes? Ottilie Krug verzieh ihrem Mann und nahm das uneheliche Kind in die erweiterte Familie auf. Die Tochter war willkommen, wann immer sie die Familie besuchen wollte.

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