
Jacob Matschenz gehört zu den vielseitigsten und talentiertesten Schauspielern seiner Generation im deutschen Film und Fernsehen. Der 1984 in Ost-Berlin geborene Autodidakt hat sich ohne formale Schauspielausbildung eine beeindruckende Karriere aufgebaut und wurde für seine Darstellungen mehrfach ausgezeichnet. Von seiner Durchbruchrolle in „Das Lächeln der Tiefseefische“ bis zu seiner ikonischen Rolle als Fritz in der Erfolgsserie „Babylon Berlin“ zeigt Jacob Matschenz immer wieder seine außergewöhnliche Wandlungsfähigkeit.
Der ungewöhnliche Weg zur Schauspielerei
Anders als viele seiner Kollegen besuchte Jacob Matschenz nie eine Schauspielschule. Seine Karriere begann 1999 eher zufällig, als seine Mutter ihn zu einem Casting schickte. Obwohl er die Rolle nicht bekam, lernte er dort Regisseur Jakob Hilpert kennen, der ihm eine Rolle in seinem Diplomfilm „Kleine Kreise“ anbot. Dieser Zufall sollte der Beginn einer außergewöhnlichen Laufbahn sein.
Als Autodidakt eignete sich Jacob Matschenz seine schauspielerischen Fähigkeiten durch praktische Erfahrung an – ein Weg, der zunächst unkonventionell erscheint, sich aber als äußerst erfolgreich erweisen sollte. Seine natürliche Begabung und sein Engagement machten die fehlende formale Ausbildung mehr als wett.
Durchbruch und erste Auszeichnungen
Den großen Durchbruch erlebte Jacob Matschenz 2005 mit der Hauptrolle in „Das Lächeln der Tiefseefische“. Seine sensible Darstellung eines 17-jährigen Jungen, der mit seinem alkoholkranken Vater in einem baufälligen Haus an der Ostsee lebt, überzeugte Kritiker und Publikum gleichermaßen. Für diese Leistung wurde er mit dem Max-Ophüls-Preis als bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet.
Der Erfolg setzte sich 2008 fort, als Jacob Matschenz den renommierten Adolf-Grimme-Preis für seine Rolle als DDR-Grenzsoldat in „An die Grenze“ erhielt. Diese Auszeichnung gilt als eine der wichtigsten im deutschen Fernsehen und unterstrich sein außergewöhnliches Talent für anspruchsvolle Charakterrollen.
Vielseitige Filmografie

Bekannte Kinoproduktionen
Jacob Matschenz brillierte in zahlreichen erfolgreichen deutschen Filmproduktionen:
- „Die Welle“ (2008) – Dennis Gansels vielbeachtete Verfilmung über autoritäre Strukturen
- „Wholetrain“ (2006) – Ein Film über die Graffiti-Szene
- „12 Meter ohne Kopf“ (2009) – Ein historisches Abenteuer
- „Werk ohne Autor“ (2018) – Florian Henckel von Donnersmarcks Oscar-nominierter Film
- „Undine“ (2020) – Christian Petzolds märchenhafte Liebesgeschichte
- „Das schwarze Quadrat“ (2021) – Eine schwarzhumorige Kunstdieb-Komödie
Erfolgreiche TV-Serien
Besonders in TV-Produktionen konnte Jacob Matschenz seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen:
- „Babylon Berlin“ (2017-2025) – Als Fritz Höckert/Richard Pechtmann in der international erfolgreichen Serie über das Berlin der Weimarer Republik
- „Charité“ (2019-2021) – Als Martin Schelling, ein schwuler Krankenpfleger in der Nazi-Zeit
- „Unterleuten“ (2021) – Nach dem Roman von Juli Zeh
- „Legal Affairs“ (2021) – Als Anwalt Jonas Lindberg
- „Lauchhammer“ (2022) – Als Jannick Wolf
- „Miss Sophie – Same Procedure as Every Year“ (2024) – Als Sir Toby im „Dinner for One“-Prequel
Babylon Berlin: Die Rolle seines Lebens
Von 2017 bis 2025 war Jacob Matschenz in insgesamt 19 Folgen der preisgekrönten Serie „Babylon Berlin“ zu sehen. Als Fritz Höckert, später Richard Pechtmann, verkörperte er einen zunächst sympathischen Freund, der sich als gefährlicher Kommunist und Manipulator entpuppt. Die Serie, die im Berlin der späten Weimarer Republik spielt, wurde international gefeiert und gewann den Deutschen Fernsehpreis als beste Drama-Serie.
Die fünfte und finale Staffel von „Babylon Berlin“ wurde im November 2025 abgedreht und wird 2026 ausgestrahlt. Sie behandelt die dramatischen fünf Wochen nach Hitlers Machtübernahme am 30. Januar 1933 bis zur Reichstagswahl am 5. März 1933. Mehr Informationen über die Serie finden Sie auf IMDb.
Aktuelle Projekte 2024-2025
Auch in den letzten Jahren bleibt Jacob Matschenz hochaktiv:
- „Charlotte Link“ (2025) – In zwei Folgen als Sam Harris
- „Dr. Nice“ (2025) – 3. Staffel als Frieder Winkler
- „Ein Taunuskrimi“ (2025) – Als Kröger
- „Disko 76“ (2024) – Als Manfred
- „Viktor Bringt’s“ (2024) – Als Paul Brehmer
Auszeichnungen und Anerkennungen
Die Liste der Auszeichnungen von Jacob Matschenz ist beeindruckend:
- 2005: Max-Ophüls-Preis – Bester Nachwuchsdarsteller („Das Lächeln der Tiefseefische“)
- 2008: Adolf-Grimme-Preis („An die Grenze“)
- 2011: Bayerischer Filmpreis – Bester Nachwuchsschauspieler („Bis aufs Blut“)
- 2012: Deutscher Fernsehpreis für „Dreileben“ (Besondere Leistung)
- 2018: Deutscher Fernsehpreis für „Babylon Berlin“ (Beste Drama-Serie)
- 2022: Big Shorts Award – Bester Schauspieler („Schutzbefohlen“)
Zusätzlich war er an mehreren Oscar- und Jupiter-Award-nominierten Produktionen beteiligt, darunter „Werk ohne Autor“ und „Undine“.
Persönliches und Hintergrund

Jacob Matschenz wurde am 8. Januar 1984 in Ost-Berlin geboren und wuchs in der DDR auf. Diese Erfahrung prägte ihn und brachte ihm eine besondere Authentizität bei DDR-Rollen wie in „An die Grenze“ ein. Mit 178 cm Größe, blonden Haaren und blauen Augen entspricht er äußerlich vielen klassischen deutschen Rollenbildern, zeigt aber in seiner Rollenauswahl bemerkenswerte Vielfalt.
Er spricht fließend Deutsch (Muttersprache) und Englisch, beherrscht den Berliner Dialekt perfekt und hat vielseitige Fähigkeiten von Bogenschießen über Klettern bis hin zu Zaubertricks. Seine Stimmlage ist Bass-Bariton, was ihm auch für Synchronarbeiten Türen öffnet.
Persönlichkeit und Arbeitsweise
Kollegen und Regisseure schätzen an Jacob Matschenz besonders seine Professionalität und seine Fähigkeit, auch komplexe Charaktere glaubwürdig darzustellen. Er gilt als methodischer Schauspieler, der sich intensiv mit seinen Rollen auseinandersetzt. Seine Bereitschaft, auch unbequeme oder moralisch ambivalente Figuren zu verkörpern, unterscheidet ihn von vielen seiner Kollegen.
Ähnlich wie Nico Hülkenberg im Motorsport zeigt Matschenz Durchhaltevermögen und kontinuierliche Weiterentwicklung in seinem Fachgebiet.
Bedeutung für den deutschen Film

Jacob Matschenz steht für eine Generation deutscher Schauspieler, die ohne formale Ausbildung durch pures Talent und harte Arbeit erfolgreich wurden. Er verkörpert die Wandlungsfähigkeit des deutschen Films und zeigt, dass auch ohne Schauspielschule internationale Anerkennung möglich ist.
Seine Zusammenarbeit mit renommierten Regisseuren wie Christian Petzold, Florian Henckel von Donnersmarck und Tom Tykwer unterstreicht seine Position als einer der gefragtesten deutschen Charakterdarsteller seiner Generation. Vergleichbar mit anderen erfolgreichen deutschen Persönlichkeiten wie Barbara Schöneberger hat er sich durch Authentizität und Vielseitigkeit einen Namen gemacht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer ist Jacob Matschenz?
Jacob ist ein 1984 in Ost-Berlin geborener deutscher Schauspieler, der ohne formale Schauspielausbildung durch sein Talent und seine Vielseitigkeit bekannt wurde. Er ist vor allem für seine Rollen in „Babylon Berlin“, „Die Welle“ und „Werk ohne Autor“ bekannt.
Hat Jacob Matschenz eine Schauspielausbildung?
Nein, Jacob ist Autodidakt und hat nie eine Schauspielschule besucht. Er eignete sich seine Fähigkeiten durch praktische Erfahrung und Learning-by-Doing an, was seine Karriere besonders bemerkenswert macht.
Für welche Filme ist Jacob bekannt?
Zu seinen bekanntesten Filmen gehören „Die Welle“ (2008), „Das Lächeln der Tiefseefische“ (2005), „Werk ohne Autor“ (2018), „Undine“ (2020) und die TV-Serie „Babylon Berlin“ (2017-2025).
Welche Auszeichnungen hat Jacob Matschenz erhalten?
Er gewann unter anderem den Adolf-Grimme-Preis (2008), den Max-Ophüls-Preis (2005), den Bayerischen Filmpreis (2011) und den Deutschen Fernsehpreis (2012, 2018). Außerdem war er an Oscar-nominierten Produktionen beteiligt.
Spielt Jacob Matschenz in Babylon Berlin mit?
Ja, Jacob Matschenz spielte von 2017 bis 2025 in insgesamt 19 Folgen die Rolle des Fritz Höckert/Richard Pechtmann, eine zentrale Figur mit kommunistischen Verbindungen und dunklen Absichten.
Wie alt ist Jacob Matschenz?
Jacob Matschenz wurde am 8. Januar 1984 geboren und ist Stand Februar 2026 41 Jahre alt.
Wo kommt Jacob Matschenz her?
Er wurde in Ost-Berlin geboren und wuchs in der DDR auf. Diese Herkunft brachte ihm besondere Authentizität bei Rollen ein, die in der DDR-Zeit spielen.
Was macht Jacob Matschenz aktuell?
In den Jahren 2024-2025 war er in mehreren TV-Produktionen zu sehen, darunter „Charlotte Link“, „Dr. Nice“, „Ein Taunuskrimi“ und das „Dinner for One“-Prequel „Miss Sophie – Same Procedure as Every Year“.
Hat Jacob Matschenz Kinder?
Über das Privatleben von Jacob Matschenz ist wenig bekannt, da er dieses bewusst aus der Öffentlichkeit heraushält. Informationen über Familie und Kinder liegen nicht vor.
Wie groß ist Jacob Matschenz?
Jacob Matschenz ist 178 cm groß.
Fazit: Ein außergewöhnlicher Werdegang
Jacob Matschenz beweist, dass Leidenschaft und Talent manchmal wichtiger sind als formale Ausbildung. Mit über 25 Jahren Erfahrung vor der Kamera hat er sich vom zufällig entdeckten Teenager zum mehrfach ausgezeichneten Charakterdarsteller entwickelt. Seine Rollen in „Babylon Berlin“, „Charité“ und zahlreichen Kinofilmen zeigen seine Bandbreite von dramatischen bis zu komödiantischen Darstellungen.
Ob als DDR-Grenzsoldat, kommunistischer Verschwörer, schwuler Krankenpfleger oder Kunstdieb – Jacob Matschenz überzeugt durch Authentizität und Wandlungsfähigkeit. Seine kontinuierliche Präsenz in hochwertigen Produktionen macht ihn zu einem der verlässlichsten Namen im deutschen Film und Fernsehen.
Für Fans deutscher Schauspieler sind auch Laura Marie Geissler und Meeno Schrader interessante Persönlichkeiten, die ebenfalls ihren eigenen Weg gegangen sind.
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