
Friedrich Merz ist seit Mai 2025 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und führt die Christlich Demokratische Union (CDU) als Parteivorsitzender. Der 69-jährige Jurist und Politiker aus Brilon in Nordrhein-Westfalen repräsentiert eine neue, konservativere Ausrichtung der CDU und markiert einen deutlichen Bruch zur Merkel-Ära. Merz‘ Aufstieg zur Kanzlerschaft erfolgte nach einem beeindruckenden beruflichen Werdegang in der Privatwirtschaft und seiner Rückkehr in die Hauptamtspolitik im Jahr 2021.
Der Aufstieg von Friedrich Merz in die deutsche Politik
Die politische Karriere von Friedrich Merz begann bereits in den späten 1980er Jahren. Nach seinem Jurastudium arbeitete er zunächst als Richter und Rechtsanwalt, bevor er 1989 in das Europäische Parlament gewählt wurde. In dieser Zeit etablierte sich Merz schnell als talentierter Politiker mit Schwerpunkt auf Finanzpolitik und wirtschaftliche Fragen.
Von 1994 bis 2009 war Friedrich Mitglied des Deutschen Bundestags für seinen Wahlkreis Hochsauerland. Während dieser Phase entwickelte sich eine bekannte Rivalität zwischen Merz und Angela Merkel um die Führungsposition der CDU. Im Jahr 2000 wurde Merz zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt, eine einflussreiche Position, die ihn als aufstrebenden Politiker etablierte.

Friedrich Merz in der Privatwirtschaft: Die Jahre der Transformation
Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag 2009 konzentrierte sich Friedrich auf eine bemerkenswerte Karriere in der Privatwirtschaft. Er war Senior Counsel bei der international tätigen Anwaltskanzlei Mayer Brown und betreute schwerpunktmäßig Fusionen, Übernahmen und Finanzierungsfragen. Darüber hinaus bekleidete Merz hochrangige Positionen in den Aufsichtsräten oder Verwaltungsräten namhafter Unternehmen: BASF, Bayer AG, Deutsche Börse, Airbus, HSBC und die Deutsche Niederlassung von BlackRock.
Besonders hervorzuheben ist die Rolle von Friedrich Merz als Vorsitzender des Aufsichtsrats der BlackRock Germany. Diese Position positionierte ihn als bedeutenden Akteur in der deutschen Finanzwirtschaft und in transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen. Gleichzeitig leitete Merz von 2009 bis 2019 die Atlantik-Brücke, eine einflussreiche Organisation zur Vertiefung der deutsch-amerikanischen Beziehungen.
Die Rückkehr zur Politik: Friedrich Merz als CDU-Vorsitzender
Nach der Niederlage der CDU bei der Bundestagswahl 2021 – dem schlechtesten Ergebnis in der Parteigeschichte – kündigte Friedrich 2018 zunächst eine Kandidatur um die Parteiführung an, scheiterte jedoch. Im Dezember 2021 erfolgte sein triumphales Comeback: Merz wurde mit über 62 Prozent der Delegiertenstimmen zum CDU-Vorsitzenden gewählt und trat sein Amt offiziell am 31. Januar 2022 an.
Friedrich Merz versprach, die CDU deutlich nach rechts zu verschieben und die Merkel-Ära zu beenden. Sein Programm betont wirtschaftliche Liberalisierung, strengere Immigrationspolitik, eine skeptischere Haltung zur Energiewende und stärkere Transatlantizismus. Diese Positionierung unterschied Merz grundlegend von Merkels gemäßigtem Kurs und sprach insbesondere konservative Wähler an.
Die Bundestagswahl 2025 und der Weg zur Kanzlerschaft
Bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 erzielte die CDU/CSU unter Merz‘ Kandidatur ein Ergebnis von 28,6 Prozent und sicherte sich 208 Sitze im Bundestag. Obwohl dieses Resultat unter den Prognosen lag, stellte es eine signifikante Verbesserung gegenüber 2021 dar und machte Merz zum designierten Kanzler.
Die Wahl war bemerkenswert nicht nur für die hohe Wahlbeteiligung von 82,5 Prozent – der höchsten seit 1990 – sondern auch für die politischen Verschiebungen. Der rechtsradikale Alternative für Deutschland (AfD) erreichte überraschend 20,8 Prozent und wurde zur zweitstärksten Kraft, während Scholz‘ Sozialdemokraten mit ihrer Regierungsbilanz deutlich verloren.

Die Kanzlerwahl 2025: Ein historischer Moment
Die formelle Kanzlerwahl im Bundestag am 6. Mai 2025 stellte einen historischen Wendepunkt dar. In der ersten Abstimmungsrunde erhielt Friedrich Merz nur 310 Stimmen – sechs weniger als erforderlich – und scheiterte damit knapp. Dies war das erste Mal seit Gründung der Bundesrepublik, dass ein designierter Kanzler nach erfolgreicher Koalitionsbildung in der ersten Runde scheiterte.
In einer zweiten Abstimmungsrunde am selben Tag erzielte Merz dann 325 Stimmen und wurde gewählt. Diese unerwartete Dramatik deutete auf interne Spannungen innerhalb der CDU/CSU oder des Koalitionspartners SPD hin, deren Ursachen bis heute nicht vollständig geklärt sind.
Friedrich Merz: Politische Programmatik und Schwerpunkte
Als Bundeskanzler konzentriert sich Friedrich Merz auf mehrere zentrale Politikfelder. Im Wirtschaftsbereich verfolgt er eine unternehmensorientierte Politik mit Steuersenkungen für Einkommen und Unternehmen, Deregulierung und Abbau von Bürokratie. Sein Ziel ist es, Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und Innovationen zu fördern. Eine neu geschaffene Ministerposition für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz unterstreicht diesen Schwerpunkt.
In der Migrationspolitik vertritt Merz eine restriktivere Linie als seine Vorgänger. Er setzt auf höhere Grenzkontrollen und schnellere Asylverfahren – ein Thema, das die deutsch-europäische Debatte intensiv prägt.
International positioniert sich Friedrich als überzeugter Transatlantizist und Europäer. Er betont Deutschlands Rolle als europäische Führungsmacht und strebt eine engere Zusammenarbeit in der NATO an. Gleichzeitig signalisiert er Unabhängigkeit gegenüber den USA und betont die Notwendigkeit strategischer europäischer Autonomie unter der Trump-Administration.
Die Koalition: CDU/CSU und SPD
Um eine stabile Regierung zu bilden, einigten sich die CDU/CSU und die SPD auf eine Große Koalition. Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil wurde Vizekanzler und Finanzminister. Diese Koalition verfügt über 328 Sitze im 630-köpfigen Bundestag und hat damit eine komfortable, wenn auch nicht überwältigende Mehrheit.
Die Koalitionsverhandlungen erwiesen sich als komplex, insbesondere in Fragen der Fiskalpolitik, der sozialen Gerechtigkeit und der Energiewende. Merz‘ Bereitschaft, Ausnahmen von der Schuldenbremse zu diskutieren, hätte sich als Kompromiss herausgestellt, um die notwendigen Investitionen zu ermöglichen.
Häufig gestellte Fragen zu Friedrich Merz
Wann wurde Friedrich Merz Bundeskanzler?
Friedrich wurde am 6. Mai 2025 zum Bundeskanzler gewählt, nachdem die CDU/CSU bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 mit 28,6 Prozent die Wahlsieger waren.
Warum ist Friedrich Merz kontroverser als Angela Merkel?
Friedrich positioniert sich deutlich konservativer auf Migrations- und Sicherheitsfragen, weniger fokussiert auf Klimapolitik als Merkel und betont stärker wirtschaftliche Deregulierung. Seine lange Karriere in der Privatwirtschaft und seine enge Verbindung zu Finanzkonzernen werden ebenfalls kritisiert.
Welche Erfahrung hat Friedrich Merz als Jurist?
Friedrich Merz studierte Jura, arbeitete zunächst als Richter und war dann Senior Counsel bei der Anwaltskanzlei Mayer Brown, spezialisiert auf Mergers & Acquisitions, Banking und Compliance.
Ist Friedrich Merz pro-europäisch?
Ja, Friedrich ist überzeugter Europäer und Befürworter einer tieferen europäischen Integration. Gleichzeitig betont er strategische europäische Autonomie und unabhängigkeit.
Was ist die Atlantik-Brücke?
Die Atlantik-Brücke ist eine einflussreiche Lobbyorganisation, die Merz von 2009 bis 2019 leitete und die deutsch-amerikanische Beziehungen auf wirtschaftlicher und politischer Ebene fördern soll.
Wie unterscheidet sich Merz‘ CDU von Merkels CDU?
Merz‘ CDU ist konservativer auf Immigration, weniger klimapolitisch ambitioniert, mehr deregulierungsorientiert und wirtschaftsliberal ausgerichtet im Vergleich zu Merkels gemäßigter, zentraler Positionierung.
Fazit: Eine neue Ära für Deutschland
Friedrich Merz repräsentiert einen Wendepunkt in der deutschen Politikgeschichte. Nach 16 Jahren unter Angela Merkel und vier Jahren SPD-geführter Regierung unter Olaf Scholz führt Merz ein konservativeres, unternehmensorientiertes Deutschland in eine neue Phase. Seine Erfahrung als Jurist, Lobbyist und Geschäftsführer in der Privatwirtschaft unterscheidet ihn von traditionellen Politikern, birgt aber auch Fragen zu möglichen Interessenskonflikten.
Die Aufgaben für Friedrich sind beachtlich: wirtschaftliche Stärkung, Integration europäischer Sicherheitsstrukturen, Bewältigung von Migrationsherausforderungen und Positionierung Deutschlands in einer unsicheren geopolitischen Umgebung. Ob seine Amtszeit diese Erwartungen erfüllen wird, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.
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