
Wohl kein Regisseur in Deutschland hat mehr Filme gedreht als er, und kaum jemand hat die deutsche LGBTQ-Bewegung so nachhaltig gepraegt. Rosa von Praunheim, Filmemacher, Autor und Aktivist, starb am 17. Dezember 2025 im Alter von 83 Jahren in Berlin. Sein Tod kam nur wenige Tage, nachdem er einen der persoenlichsten Momente seines Lebens oeffentlich gemacht hatte.
Rosa von Praunheim Todesursache – Was ist bekannt?
Rosa von Praunheim starb am Mittwoch, dem 17. Dezember 2025, in Berlin. Eine Person aus seinem engsten Freundeskreis bestaetiate den Tod der ARD. Weitere Details zu den genauen Todesumstaenden wurden zunaechst nicht bekannt gegeben. Sein Tod kam fuer viele ueberraschend und ploetzlich.
Besonders bewegend: Nur wenige Tage vor seinem Tod, am vorangegangenen Wochenende, hatten von Praunheim und sein langjaehriger Partner, der Kuenstler Oliver Sechting, oeffentlich gemacht, dass sie sich nach 17 gemeinsamen Jahren das Jawort gegeben hatten. Die Nachricht von seinem Tod wirkte dadurch umso erschuetternder fuer seine Weggefaehrten und Fans.
Wer war Rosa von Praunheim?
Rosa von Praunheim, geboren als Holger Mischwitzky am 25. November 1942 in Riga, Lettland, wuchs nach der Flucht seiner Familie 1953 in der DDR und spaeter in Frankfurt am Main im Stadtteil Praunheim auf – daher der spaetere Kuenstlername. Den Vornamen „Rosa“ wählte er in Erinnerung an den „Rosa Winkel“, das Zeichen, mit dem homosexuelle KZ-Haeftlinge im Nationalsozialismus gekennzeichnet wurden.
Nach einem abgebrochenen Schulbesuch wechselte er zur Kunstschule Offenbach und studierte anschliessend Freie Malerei an der Hochschule fuer bildende Kuenste, brach das Studium jedoch vor dem Abschluss ab. 1967 entstanden sein erstes Buch und sein erster Kurzfilm.
Der Film, der eine Bewegung anstiess
1971 drehte von Praunheim im Auftrag des WDR einen der einflussreichsten deutschen Filme der politischen Lesben- und Schwulenbewegung: „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“. Der damals 29-jaehrige Regisseur schuf mit diesem rund einstuendigen Werk eine Mischung aus Spielszenen und Dokumentation, die einen schonungslosen Einblick in die Lebenswelt einer damals stark ausgegrenzten gesellschaftlichen Minderheit gab.
Der Film war eine direkte Kampfansage an eine Gesellschaft, die Schwule an den Rand draengte, und machte von Praunheim ueber Nacht zu einer der wichtigsten Stimmen einer neuen politischen Bewegung.
Ein Lebenswerk von ueber 150 Filmen
Ueber mehr als 50 Jahre kuenstlerischen Schaffens fuehrte Rosa von Praunheim bei ueber 150 Kurz- und Langfilmen Regie, in denen haeufig queere Themen im Mittelpunkt standen. In den fruehen 1970er Jahren lebte er zeitweise in den USA, wo er eine Reihe von Dokumentationen ueber die amerikanische Schwulenszene nach den Stonewall-Unruhen drehte.
1979 gewann er den Deutschen Filmpreis fuer sein Werk „Army of Lovers or Revolt of the Perverts“, das die amerikanische Schwulen- und Lesbenbewegung von den 1950er bis in die spaeten 1970er Jahre nachzeichnete.
Neben seiner filmischen Arbeit war von Praunheim auch als Maler und Schriftsteller taetig und unterrichtete als Professor fuer Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin.
AIDS-Aufklaerung und Aktivismus
Bereits frueh, als das Thema gesellschaftlich noch stark stigmatisiert war, engagierte sich Rosa von Praunheim als Vorreiter fuer AIDS-Aufklaerung und Safer Sex. Sein Engagement ging weit ueber die Filmkunst hinaus: Er verstand sich in erster Linie als politischer Aktivist, der die Belange der LGBTQ-Community in die oeffentliche Wahrnehmung bringen wollte.
Als Mitbegruender der modernen Lesben- und Schwulenbewegung in Westdeutschland und der Schweiz gilt er bis heute als eine der einflussreichsten und bekanntesten queeren Aktivisten im deutschsprachigen Raum.
Bis zuletzt kuenstlerisch aktiv
Rosa von Praunheim blieb bis zu seinem Tod kuenstlerisch aktiv. Zu seinen spaeteren Arbeiten zaehlen das semi-dokumentarische Filmdrama „Rex Gildo – Der letzte Tanz“ (2022) sowie der Doku-Spielfilm „Satanische Sau“, der erst im Februar 2025 auf der Berlinale seine Weltpremiere feierte – nur wenige Monate vor seinem Tod.
In Saarbruecken war ihm zuvor der Max-Ophuels-Ehrenpreis verliehen worden, eine Anerkennung fuer sein Lebenswerk im deutschen Filmschaffen.
Aehnlich wie Angelica Domroese stand auch Rosa von Praunheim fuer eine Generation deutscher Kuenstler, die mit ihrem Schaffen gesellschaftliche Tabus brachen und Diskussionen anstiessen, die bis heute nachwirken.
Das Erbe
Rosa von Praunheims Vermaechtnis reicht weit ueber seine Filme hinaus. Als einer der wichtigsten Wegbereiter der deutschen LGBTQ-Bewegung hat er mit seinem Aktivismus und seiner kuenstlerischen Produktion eine ganze gesellschaftliche Debatte mitgepraegt, die Generationen von Menschen beeinflusst hat. Mehr zu seinem Leben und Werk findet sich auf Wikipedia.
Fazit
Die genaue Rosa von Praunheim Todesursache wurde nicht im Detail oeffentlich bekannt gegeben. Er starb am 17. Dezember 2025 im Alter von 83 Jahren in Berlin, nur wenige Tage nach seiner Hochzeit mit Partner Oliver Sechting. Als Regisseur von ueber 150 Filmen und einer der einflussreichsten queeren Aktivisten Deutschlands bleibt Rosa von Praunheim unvergessen.
Haufig gestellte Fragen (FAQ)
1. Wann ist Rosa von Praunheim gestorben? Am 17. Dezember 2025, im Alter von 83 Jahren, in Berlin.
2. Was war die Todesursache von Rosa von Praunheim? Eine offizielle Todesursache wurde nicht oeffentlich bekannt gegeben.
3. Womit wurde Rosa von Praunheim bekannt? Als Filmemacher mit ueber 150 Filmen, vor allem durch „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ (1971), und als einer der wichtigsten LGBTQ-Aktivisten Deutschlands.
4. Wann heiratete Rosa von Praunheim? Nur wenige Tage vor seinem Tod, im Dezember 2025, heiratete er seinen langjaehrigen Partner Oliver Sechting nach 17 gemeinsamen Jahren.