Doris Fitschen: Leben, Krebs & Familie

Doris Fitschen ist eine der größten Persönlichkeiten, die der deutsche Frauenfußball je hervorgebracht hat. Die am 25. Oktober 1968 in Zeven, Niedersachsen, geborene Mittelfeldspielerin und spätere DFB-Managerin prägte über Jahrzehnte den Frauenfußball – sowohl auf dem Platz als auch in Führungspositionen. Sie lebte mit ihrer Partnerin und einem gemeinsamen Kind zusammen. Am 15. März 2025 verstarb Doris Fitschen im Alter von 56 Jahren nach langer, schwerer Krebserkrankung – eine Nachricht, die den gesamten Fußball tief erschütterte.

Steckbrief: Doris Fitschen auf einen Blick

MerkmalDetails
Geburtsdatum25. Oktober 1968
GeburtsortZeven, Niedersachsen
Todesdatum15. März 2025 (Alter 56)
TodesursacheKnochenkrebs (Malignes Sarkom)
PositionMittelfeld / Libero
Länderspiele144 (16 Tore)
Größte Erfolge4× Europameisterin, Olympia-Bronze 2000
DFB-FunktionManagerin Frauen-Nationalmannschaft (2009–2016)
FamiliePartnerin, ein Kind

Jugend und Anfänge: Von der Bauernfarm zum Fußballplatz

Doris Fitschen wuchs auf einem Bauernhof in der Nähe von Zeven auf – einer kleinen Gemeinde in Niedersachsen, in der es keinen Fußballverein gab. Mit neun Jahren trat sie 1978 dem FC Hesedorf bei, ihrem allerersten Fußballverein. Weil sie kein Vorbild unter den Fußballerinnen hatte, orientierte sie sich am Männerfußball: „Als ich jung war, gab es keine weiblichen Fußball-Stars. Klaus Fischer fand ich immer toll, wie Klaus Fischer wollte ich werden“, erinnerte sie sich später.

Es war Trainer Fritz Rathjen, der ihr außergewöhnliches Talent erkannte und sie zehn Jahre lang mit dem Auto zum Training und zu den Spielen fuhr – eine Unterstützung, ohne die Fitschens Karriere womöglich nie zustande gekommen wäre. Schon früh zeigte sie eine gefährliche Kombination aus körperlicher Stärke, technischer Versiertheit und Spielintelligenz. 1988 erwarb sie ihr Abitur, absolvierte anschließend eine Ausbildung zur Industriekauffrau und arbeitete später als Systemanalytikerin bei Volkswagen in Wolfsburg. Leidenschaft und Bildung schlossen sich für sie nie aus – ähnlich wie bei anderen Sportpersönlichkeiten, die wir auf Gedankennest vorstellen, etwa Kathrin Menzinger, die ebenfalls früh mit absolutem Einsatz ihren Weg gegangen ist.

Karriere als Spielerin: Der weibliche Beckenbauer

Am 4. Oktober 1986 gab Doris Fitschen ihr Debüt als Nationalspielerin bei einem 2:0-Erfolg gegen Dänemark – und erzielte dabei sofort ihr erstes Tor. Es war der Beginn einer historischen Länderspielkarriere. Zwischen 1986 und 2001 bestritt sie insgesamt 144 Länderspiele und trug 16 Mal zum Torerfolg bei.

Als Libero mit der Rückennummer 5 war sie der Dirigent der deutschen Abwehr. Schon früh wurde sie mit Franz Beckenbauer verglichen – und das nicht ohne Grund. Sie überzeugte durch Eleganz, überragende Übersicht und eine Führungspräsenz, die andere Spielerinnen an sich orientieren ließ. Bei der Frauen-WM 1991 in China feierten sie chinesische Medien als „weiblichen Beckenbauer“. Der offizielle DFB-Nachruf auf Doris Fitschen würdigt sie als eine der prägendsten Figuren des deutschen Frauenfußballs aller Zeiten. Wer mehr über außergewöhnliche Karrieren im Sport lesen möchte, findet auf Gedankennest auch einen lesenswerten Beitrag über Arda Güler – ein weiteres Talent, das durch Spielintelligenz und Klasse überzeugt.

Wichtigste Titel und Auszeichnungen

  • 🏆 4× Europameisterin (1989, 1991, 1997, 2001) – Teamkapitänin im Finale 2001
  • 🥉 Olympia-Bronze bei den Spielen 2000 in Sydney
  • 🏅 3× Deutsche Meisterin (mit TSV Siegen und 1. FFC Frankfurt)
  • 🏅 3× DFB-Pokalsiegerin
  • ⭐ UEFA Golden Player der EM 1989
  • ⭐ All-Star-Team der WM 1991, EM 1997 und WM 1999
  • 🏆 WUSA Defensive Player of the Year 2001 (Philadelphia Charge)

Zweite Karriere: Pionierin und Strategin beim DFB

Nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn 2001 begann Doris Fitschen eine ebenso beeindruckende zweite Karriere im Deutschen Fußball-Bund. Zunächst in der Marketingabteilung tätig, wurde sie 2009 zur Managerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft ernannt – ein Amt, das sie bis 2016 bekleidete. In dieser Zeit holte das Team zweimal den Europameistertitel und gewann 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio Gold. Ihr Einfluss auf die strategische Ausrichtung, das Scouting und die Teamführung war maßgeblich.

Zuletzt war sie als Gesamtkoordinatorin für die DFB-Strategie „Frauen im Fußball FF27″ verantwortlich – ein Zukunftsprogramm zur nachhaltigen Entwicklung des deutschen Frauenfußballs bis 2027. DFB-Präsident Bernd Neuendorf würdigte sie mit den Worten: „Als Spielerin war sie eine Anführerin, eine Strategin, sie hatte Präsenz, Dominanz und Aura, andere konnten sich an ihr orientieren.“ Diese Eigenschaft – Haltung und Stärke zu verbinden – teilt sie mit Persönlichkeiten wie Barbara Hahlweg, über die wir ebenfalls berichtet haben.

Doris Fitschen und Krebs: Ein mutiger Kampf

Im April 2019 erhielt Doris Fitschen eine erschütternde Diagnose: Ein bösartiger Tumor wurde in ihrem Oberarmknochen festgestellt – Doris Fitschen Krebs (Knochensarkom). Im Herbst 2019 machte sie ihre Krebserkrankung öffentlich. Was folgte, war ein langer Kampf durch intensive Chemotherapie-Sitzungen und medizinische Eingriffe. Doch Doris Fitschen ließ sich davon nicht brechen.

„Dass so etwas wie Golfspielen überhaupt wieder gehen würde, da war ja eigentlich nicht mit zu rechnen. Darum bin ich darüber total happy“, sagte sie 2021 der Bild am Sonntag. DFB-Generalsekretärin Heike Ullrich bestätigte: „Gerade in den letzten Jahren und der Gewissheit um ihre Krankheit war für sie das Glas immer halb voll.“ Sie arbeitete trotz Erkrankung weiter, trieb Projekte für den Frauenfußball voran und ließ sich nicht von ihrer Krankheit definieren. Wer sich für das Thema Gesundheit und Krankheitsbewältigung weiter interessiert, findet auf Gedankennest hilfreiche Beiträge in unserer Gesundheit-Kategorie.

Doris Fitschen Todesursache: Doris Fitschen starb am 15. März 2025 im Alter von 56 Jahren an den Folgen ihrer langjährigen, schweren Krebserkrankung (malignes Knochensarkom). Die Erkrankung war im April 2019 diagnostiziert worden. Der DFB bestätigte ihren Tod am 16. März 2025 auf Basis einer Mitteilung der Familie.

Privatleben: Familie und ein Kind

Doris Fitschen lebte ihr Privatleben bewusst abseits des medialen Rampenlichts. Sie lebte zusammen mit ihrer Partnerin und hatte gemeinsam mit ihr ein Kind. Das Thema Doris Fitschen Kinder hielt sie bewusst aus der Öffentlichkeit heraus, um ihrem Kind eine unbeschwerte Kindheit ohne medialen Druck zu ermöglichen. Ihre Familie war ihr Rückzugsort und Kraftquell – gerade während der schweren Jahre ihrer Erkrankung.

Weggefährten beschreiben sie als genauso engagiert in ihrer Rolle als Mutter wie in ihren beruflichen Positionen. Über Doris Fitschen Ehefrau bzw. ihre Partnerin sind keine weiteren Details öffentlich bekannt, da sie dies ausdrücklich so gewünscht hat. Diese bewusste Trennung von öffentlicher Rolle und privatem Ich ist ein Merkmal, das sie mit anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens teilt – wie etwa Lisa Eckhart, über deren Privatleben ebenfalls kaum etwas bekannt ist.

Vermächtnis: Eine Legende, die bleibt

doris fitschen ehefrau

Der Tod von Doris Fitschen hinterließ eine spürbare Lücke im deutschen Fußball. Ihre Kolleginnen, DFB-Funktionäre, Spielerinnen und Fans trauerten um eine Frau, die den Frauenfußball in Deutschland über mehrere Jahrzehnte geprägt hatte – zuerst als Spielerin, dann als Managerin und Strategin. Die DFB-Vizepräsidentin Sabine Mammitzsch sagte: „Doris gehört zu den Menschen, die nicht zu ersetzen sind, fachlich nicht und erst recht nicht persönlich.“

Mit der Strategie „Frauen im Fußball FF27″ hat sie ein Erbe hinterlassen, das den deutschen Frauenfußball noch Jahre nach ihrem Tod prägen wird. Sie ist in der Hall of Fame des deutschen Fußballs verewigt und erhielt von der UEFA eine Sonderauszeichnung für ihren herausragenden Beitrag zum Frauenfußball.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Woran ist Doris Fitschen gestorben? (Doris Fitschen Todesursache)

Doris Fitschen starb am 15. März 2025 im Alter von 56 Jahren an den Folgen einer schweren Krebserkrankung. Im April 2019 war bei ihr ein bösartiger Tumor im Oberarmknochen (malignes Knochensarkom) festgestellt worden. Sie kämpfte sechs Jahre lang gegen die Krankheit, bevor sie ihr erlag. Der DFB gab ihren Tod am 16. März 2025 im Namen der Familie bekannt.

Wer ist Doris Fitschen Ehefrau oder Partnerin?

Doris Fitschen lebte mit ihrer Partnerin zusammen, über die sie öffentlich keine näheren Angaben gemacht hat. Sie wahrten bewusst die Privatsphäre. Bekannt ist, dass sie gemeinsam mit ihrer Partnerin ein Kind hatte.

Hatte Doris Fitschen Kinder?

Ja, Doris Fitschen hatte ein Kind, das sie gemeinsam mit ihrer Partnerin großzog. Sie schützte ihr Kind konsequent vor medialer Aufmerksamkeit und thematisierte das Privatleben kaum öffentlich.

Was hat Doris Fitschen im deutschen Frauenfußball erreicht?

Doris Fitschen bestritt 144 Länderspiele (1986–2001), gewann viermal die Europameisterschaft, holte Olympia-Bronze 2000 in Sydney, wurde dreimal Deutsche Meisterin und dreimal DFB-Pokalsiegerin. Nach ihrer aktiven Karriere war sie von 2009 bis 2016 Managerin der Frauen-Nationalmannschaft und anschließend DFB-Koordinatorin für den Strategieplan „Frauen im Fußball FF27″.

Wann hat Doris Fitschen ihre Krebserkrankung bekanntgegeben?

Im Herbst 2019 machte Doris Fitschen ihre Krebsdiagnose öffentlich. Der bösartige Tumor in ihrem Oberarmknochen war im April 2019 festgestellt worden. Trotz intensiver Chemotherapie arbeitete sie weiter und blieb bis zuletzt für den DFB aktiv.

Warum wurde Doris Fitschen „weiblicher Beckenbauer“ genannt?

Der Vergleich mit Franz Beckenbauer entstand aufgrund ihrer ähnlichen Spielweise auf der Libero-Position. Wie Beckenbauer überzeugte sie durch überragende Spielübersicht, elegantes Aufbauspiel, Führungsqualitäten und einen offensiven Stil aus der Abwehr heraus. Bei der WM 1991 in China nannten sie die Medien als erste „weiblichen Beckenbauer“ – und der Name blieb ihr fortan erhalten.

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