Jeffrey Goldberg: Chefredakteur The Atlantic

Jeffrey Goldberg gehört zu den einflussreichsten Journalisten der Vereinigten Staaten. Als Chefredakteur von The Atlantic und Moderator der PBS-Sendung „Washington Week with The Atlantic“ prägt er seit Jahrzehnten die amerikanische Medienlandschaft. Seine Berichterstattung über Außenpolitik, nationale Sicherheit und den Nahen Osten hat ihm internationale Anerkennung eingebracht und zahlreiche Auszeichnungen beschert.

Frühe Jahre und Ausbildung

Jeffrey Mark Goldberg wurde 1965 in Brooklyn, New York, geboren und wuchs in Malverne auf Long Island auf. Seine jüdische Familie stammte ursprünglich aus Moldawien. Während seines Studiums an der University of Pennsylvania war er Chefredakteur der Studentenzeitung „The Daily Pennsylvanian“, brach das Studium jedoch ab, um nach Israel zu ziehen.

In Israel diente Goldberg in der israelischen Armee und arbeitete als Gefängniswärter im Militärgefängnis Ketziot während der ersten Intifada. Diese Erfahrungen bildeten später die Grundlage für sein gefeiertes Buch „Prisoners: A Story of Friendship and Terror“, das 2006 veröffentlicht wurde und von der New York Times, der Washington Post und der Los Angeles Times zu einem der besten Bücher des Jahres gekürt wurde.

Journalistische Karriere

Die journalistische Laufbahn von Jeffrey Goldberg begann bei der Washington Post, wo er als Polizeireporter tätig war. Anschließend arbeitete er für die Jerusalem Post, bevor er Chefredakteur des New Yorker Büros der Zeitung „The Forward“ wurde. Seine Expertise im Nahen Osten und seine Fähigkeit, komplexe geopolitische Zusammenhänge verständlich zu machen, brachten ihm schnell Anerkennung.

Im Jahr 2000 wechselte er zum renommierten „New Yorker“, wo er als Nahost-Korrespondent und später als Washington-Korrespondent arbeitete. Während dieser Zeit etablierte sich Goldberg als einer der führenden Experten für Außenpolitik und internationale Beziehungen.

Jeffrey Goldberg

The Atlantic: Eine neue Ära

2007 kam Jeffrey Goldberg zu The Atlantic, zunächst als nationaler Korrespondent. Seine Arbeit dort war so beeindruckend, dass David G. Bradley, der damalige Eigentümer, fast zwei Jahre lang versuchte, ihn für das Magazin zu gewinnen. Die Anstellung wurde schließlich besiegelt, nachdem Bradley Ponys für Goldbergs Kinder mietete.

2016 wurde Jeffrey Goldberg zum 15. Chefredakteur in der 160-jährigen Geschichte von The Atlantic ernannt. Unter seiner Führung hat das Magazin bemerkenswerte Erfolge erzielt. The Atlantic gewann seine ersten Pulitzer-Preise in der Geschichte – insgesamt drei in den letzten Jahren. In den Jahren 2022 und 2023 erhielt das Magazin den National Magazine Award for General Excellence, die höchste Auszeichnung der Branche.

Die Leserzahlen und Abonnentenzahlen erreichten unter seiner Leitung Rekordwerte. Das Magazin wuchs auf über eine Million Abonnenten. 2020 ernannte ihn Adweek zum „Editor of the Year“, während The Atlantic selbst als „Magazine of the Year“ ausgezeichnet wurde.

Wichtige Interviews und Berichterstattung

Goldberg hat im Laufe seiner Karriere einige der bedeutendsten Interviews der modernen Journalismus-Geschichte geführt. Er interviewte Barack Obama fünfmal, führte Gespräche mit Fidel Castro, Hillary Clinton, Benjamin Netanyahu, König Abdullah von Jordanien und vielen anderen Weltführern.

Seine investigative Berichterstattung hat oft für Schlagzeilen gesorgt. Im September 2020 veröffentlichte er den kontroversen Artikel „Trump: Americans Who Died in War Are ‚Losers‘ and ‚Suckers'“ in The Atlantic, der weltweit Aufmerksamkeit erregte.

Der Signal-Vorfall: Journalismus im digitalen Zeitalter

Im März 2025 wurde Jeffrey Goldberg unbeabsichtigt in eine Signal-Gruppenchat mit hochrangigen US-Sicherheitsbeamten aufgenommen, darunter der Vizepräsident, der Verteidigungsminister und der CIA-Direktor. Der Chat enthielt vertrauliche Diskussionen über geplante Militärschläge im Jemen.

Goldberg erkannte die Schwere der Sicherheitslücke und entschied sich, darüber zu berichten, ohne jedoch technische Details preiszugeben, die die nationale Sicherheit gefährden könnten. Sein Artikel „The Trump Administration Accidentally Texted Me Its War Plans“ demonstrierte seine journalistische Integrität und sein Verantwortungsbewusstsein.

Auszeichnungen und Ehrungen

Die journalistische Exzellenz von Jeffrey Goldberg wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt. Er erhielt den National Magazine Award for Reporting, den Daniel Pearl Award for Reporting, den Overseas Press Club Award für Menschenrechtsberichterstattung und den International Consortium of Investigative Journalists Prize für beste investigative Berichterstattung.

Im Jahr 2025 wurde ihm der prestigeträchtige John Chancellor Award for Excellence in Journalism verliehen, eine Anerkennung seiner über 35-jährigen Karriere und seines Beitrags zum amerikanischen Journalismus. Die Auszeichnung würdigt seine bemerkenswerte Bandbreite, Fähigkeit und seinen Einfluss in der Medienlandschaft.

Autor und öffentlicher Intellektueller

Als Autor des Buches „Prisoners: A Muslim and a Jew Across the Middle East Divide“ zeigte Goldberg seine Fähigkeit, persönliche Erfahrungen mit politischer Analyse zu verbinden. Das Buch beschreibt seine Zeit als Soldat in Israel und seine spätere Freundschaft mit Rafiq, einem palästinensischen Gefangenen, den er einst bewacht hatte.

Er war Fellow der American Academy in Berlin, Public Policy Scholar am Woodrow Wilson International Center for Scholars und Distinguished Visiting Fellow am Carnegie Endowment for International Peace. Diese Positionen unterstreichen seine akademische Glaubwürdigkeit neben seiner journalistischen Arbeit.

Jeffrey Goldberg

Einfluss und Vermächtnis

Michael Massing vom Columbia Journalism Review bezeichnete Jeffrey Goldberg als den „einflussreichsten Journalisten/Blogger in Angelegenheiten bezüglich Israel“. David Rothkopf, ehemaliger Herausgeber der FP Group, nannte ihn „einen der scharfsinnigsten und respektiertesten Außenpolitik-Journalisten“.

Seine Arbeit bei The Atlantic hat das Magazin zu neuen Höhen geführt. Die Kombination aus journalistischer Exzellenz und geschäftlichem Erfolg ist selten in der heutigen Medienlandschaft. Unter seiner Führung hat The Atlantic bewiesen, dass qualitativ hochwertiger Journalismus sowohl einflussreich als auch profitabel sein kann.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer ist Jeffrey Goldberg?

Jeffrey Goldberg ist der Chefredakteur von The Atlantic und Moderator von „Washington Week with The Atlantic“ auf PBS. Er ist ein preisgekrönter Journalist, der seit über 35 Jahren in der Branche tätig ist und für seine Berichterstattung über Außenpolitik und nationale Sicherheit bekannt ist.

Welche Auszeichnungen hat Jeffrey Goldberg erhalten?

Goldberg hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den National Magazine Award for Reporting, den Daniel Pearl Award, den Overseas Press Club Award und 2025 den John Chancellor Award for Excellence in Journalism. 2020 wurde er von Adweek zum „Editor of the Year“ ernannt.

Was ist Jeffrey Goldbergs berühmtestes Buch?

Sein bekanntestes Werk ist „Prisoners: A Muslim and a Jew Across the Middle East Divide“ (2006), das seine Erfahrungen als israelischer Soldat und seine spätere Freundschaft mit einem palästinensischen Gefangenen beschreibt. Das Buch wurde von großen Zeitungen zu einem der besten Bücher des Jahres gekürt.

Seit wann ist Jeffrey Goldberg bei The Atlantic?

Goldberg kam 2007 zu The Atlantic als nationaler Korrespondent und wurde 2016 zum Chefredakteur ernannt. Unter seiner Führung hat das Magazin seine ersten Pulitzer-Preise gewonnen und Rekordabonnentenzahlen erreicht.

Was war der Signal-Vorfall mit Jeffrey Goldberg?

Im März 2025 wurde Goldberg versehentlich zu einem verschlüsselten Signal-Gruppenchat mit hochrangigen US-Regierungsbeamten hinzugefügt, die vertrauliche Militäroperationen im Jemen diskutierten. Er berichtete verantwortungsvoll über diese Sicherheitslücke, ohne sensible Details zu gefährden.

Wo hat Jeffrey Goldberg vor The Atlantic gearbeitet?

Vor The Atlantic arbeitete Goldberg bei verschiedenen renommierten Publikationen, darunter The New Yorker (als Nahost- und Washington-Korrespondent), The New York Times Magazine, die Washington Post, The Forward und die Jerusalem Post.

Welche Weltführer hat Jeffrey Goldberg interviewt?

Goldberg hat zahlreiche prominente Persönlichkeiten interviewt, darunter Barack Obama (fünfmal), Fidel Castro, Hillary Clinton, Benjamin Netanyahu, König Abdullah von Jordanien, David Cameron und viele andere internationale Staats- und Regierungschefs.

Was macht Jeffrey Goldberg als Moderator?

Seit August 2023 moderiert Goldberg „Washington Week with The Atlantic“ auf PBS, eine wöchentliche Sendung, die politische Entwicklungen und wichtige nationale Themen diskutiert, während er gleichzeitig seine Rolle als Chefredakteur von The Atlantic beibehält.

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